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Queichhambach
Ortsteil der Stadt Annweiler
Der Ortsvorsteher
Bürgerbrief Dezember 2011
Verehrte Queichhambacher Mitbürgerinnen und Mitbürger,
kurz vor Weihnachten grüße ich Sie ganz herzlich und hoffe, Sie können diesen geschäftigen Jahresabschnitt nach Ihren Wünschen, ohne große Mühen bewältigen. Schnell ist es wieder vorüber gegangen, das Jahr 2011. In 10 Tagen können wir mit den Silvesterraketen das neue Jahr 2012 begrüßen.
Man sagt manchmal salopp: „ Es ist alles nicht mehr so, wie es mal war“. So kann man auch den Verlauf des Jahres 2011 bezeichnen.
Schon das Wetter war in diesem Jahr sehr ungewöhnlich. Nach harten Wintertagen im Februar ging es in einen sonnigen Frühling über, der bis zum Mai anhielt. Ein danach folgender, eher ungemütlicher Sommer wurde von einem goldenen Herbst abgelöst, der uns über Wochen bis fast Ende November regenfreies sonniges Wetter bescherte. Plötzlich hatte der entstandene Wassermangel im Rhein Kriegsbomben freigelegt. Eine davon sorgte bei 45.000 Koblenzern für ein besondere Überraschung. In den letzten Tagen des Jahres mussten wir das Sturmtief Joachim erleben. Gott sei Dank ist unsere Südpfalz wieder mal gut dabei weg gekommen.
Auch sonst hatte das abgelaufene Jahr ungewöhnlich schwierige Situationen zu bieten. Angefangen hat es mit der Natur- und Umweltkatastrophe in Japan. Die Menschen dort wurden durch schlimmes Hochwasser und die verheerende Umweltkatastrophe in Fukushima gebeutelt. 15.000 Menschen starben. Auch in Thailand war wieder mal Land unter. In Sizilien hat der berühmte Vulkan Ätna in diesem Jahr bereits 8 mal Feuer und Asche gezeigt. Auf den Philippinen haben in den letzten Tagen Stürme in ungekanntem Ausmaß gewütet. Das waren ungewöhnlich viele schwierige Naturereignisse. Da sind die durch die Geothermieversuche in Landau entstandenen Erdstöße eher als Kleinigkeiten zu bezeichnen, obwohl auch diese sehr ernst genommen werden müssen. Man merkt, dass sich unsere seit diesem Jahr mit 7.000.000.000 Menschen (über-) bevölkerte Mutter Erde gegen Umweltsünden immer stärker wehrt. Dennoch konnte bei der letzten Klimakonferenz in Südafrika wieder keine klare Einstellung zur Reduzierung der Treibhausgase erreicht werden. Man schiebt das große Problem immer wieder hinaus, obwohl es bereits fünf vor Zwölf ist.
Dass die Menschen in Deutschland das Thema Umwelt immer mehr in den Vordergrund stellen, zeigte sich 2011 bei den Landtagswahlen. Die Partei der Grünen hat in viele Parlamente mit zweistelligen Wahlquoten Einzug genommen. In Baden Württemberg gibt es erstmals in der Geschichte einen grünen Ministerpräsidenten. Stuttgart 21 wird allerdings nach einem Volksentscheid dennoch gebaut.
Die arabischen Länder in Nordafrika haben, angefangen in Ägypten, den Umschwung zur Demokratie durch Volksaufstände gefordert und zum Teil auch durchgesetzt. Jetzt hat man große Mühe die einzelnen politischen und religiösen Gruppierungen unter einen Hut zu bringen. Viele Menschen mussten bereits auch dort ihr Leben lassen. Da ist es auch nicht beruhigend zu wissen, dass Osama Bin Laden oder auch al-Gaddafi nicht mehr ihr Unwesen treiben können. Wollen wir hoffen, dass es diesen Ländern gelingt, Ruhe und Frieden zu finden.
Auch in Afghanistan ist immer noch Kriegszustand. Die dort eingesetzten Natotruppen kommen, so hat man den Eindruck, nicht richtig an das vorgegebene Ziel, den Einheimischen die gerade dabei sind die Säulen einer demokratischen Grundstrukturen aufzubauen, Sicherheit zu vermitteln. Vielleicht ist es aber auch an der Zeit die Truppen schnell abzuziehen um den Menschen dort die Eigenverantwortung ohne den Eindruck der Fremdbevormundung zu überlassen.
Die Sorge um den Euro geht um. Länder wie Griechenland, Portugal, Irland waren die ersten, die den Pleitegeier zeigen mussten. Man merkt massiv die Auswirkungen der Weltfinanzkrise. Es gilt aber auch klar festzustellen, dass viele Länder schon viel zu lange über Ihre Verhältnisse gelebt haben. Die Verantwortlichen der Eurostaaten versuchen verzweifelt, mit für den Normalmenschen oft nicht nachvollziehbaren Reaktionen, das wankende Schiff Europa wieder in ein ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Dies ist sicherlich keine leichte Aufgabe. Deutschland kommt noch immer ganz gut dabei weg. Die geringste Arbeitslosenzahl seit 20 Jahren ist zu verzeichnen. Die Wirtschaft zeigt Erfolgsbilanzen. Dennoch haben die Ratingunternehmen auch die vermeintlich besser dastehenden Länder in Europa als schwach und angeschlagen bezeichnet. Übrigens genau die gleichen Ratingfirmen, die uns noch vor nicht all zu langer Zeit, durch hervorragende Bewertungen für die Investmentgesellschaften, geraten haben, genau in diese Investmentbranche zu investieren. Ein halbes Jahr später war z. B. Lehmann-Brothers und andere Investmentbanken pleite. Das Geld war futsch. All die komplizierten Verschachtelungen der Kapitalwirtschaft sind für den Normalbürger eigentlich schon lange nicht mehr zu überblicken. Die große Frage ist weiterhin „Was Macht man mit seinem bisschen Geld?“
Kopfgeldjäger haben Hochkonjunktur. Es war 2011 zu vermerken, dass es nicht mehr genügt politischen Gegnern sachliche Fehler vorzuwerfen. Nein, es werden große Anstrengungen unternommen persönliche Schwachpunkte aufzudecken. Bundespräsident Wulf bläst in diesen Tagen diesbezüglich starker Wind ins Gesicht. So hat man auch einen Karl Theodor zu Guttenberg über die Klinge springen lassen. Er hatte sich große Teile des Inhalts seiner Doktorarbeit von anderen hellen Köpfen geklaut. Auch andere Politiker mussten ihren Doktortitel wieder zurückgeben. Gewiss ist es verwerflich wenn einer seinen Doktortitel erschlichen hat. Viel schlimmer finde ich allerdings, wenn wir hören müssen wie Kinder in kirchlichen und sozialen Einrichtungen über viele Jahrzehnte sexuell misshandelt wurden. Viel schlimmer finde ich auch die Tatsache, dass die Rechten, getragen von der NPD, über ein Jahrzehnt, zum Teil gedeckt durch sogenannte V-Leute, in unserem so sicheren Land skrupellos morden konnten. Ja, es gibt viel aufzuarbeiten in diesem unserem Land!
Auch das Massaker in Norwegen, als ein rechter Fanatiker in seinem Wahn bei zwei Anschlägen 80 Menschen umbrachte, hat uns im Sommer dieses Jahres aufgerüttelt und die ganze Welt betroffen gemacht. Es ist die Frage zu stellen, warum immer mehr gerade junge Menschen, wie auch in den letzten Tagen der Amokläufer in Belgien, zu solchen unfassbaren Taten fähig sind.
Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass ich nur schwarz male und ausschließlich die negativen Seiten des Jahres aufzeigen möchte. Es war dennoch 2011 leider nicht viel erfreuliches zu berichten.
Erfahren kann man dies heutzutage am besten im Internet. In fast jeder Familie steht ein Computer mit einem Anschluss an das (WWW) „Welt Weite Netz“. Plattformen wie Facebook oder Twitter, wo man in sekundenschnelle selbst die persönlichsten Dinge weltweit verschicken und öffentlich machen kann, sind besonders bei jungen Menschen sehr beliebt. Hinzu kommt noch dass die meisten Kinder ab 6 Jahre bereits ihr eigenes Handy haben. Bis zu 200 SMS werden täglich verschickt oder empfangen. Es wird also oft kommuniziert, aber geredet wird eigentlich immer weniger. Ja, Gefahren birgen diese modernen Kommunikationsmedien allemal, aber man kommt ohne diese Geräte eigentlich in einem modernen Leben und im Geschäft nicht mehr zurecht. Es ist deshalb auch wichtig, dass die Versorgung mit schnellen Verbindungen bis in die kleinsten Orte gewährleistet ist. Auch für Queichhambach wurde eine Leitungsverbesserung beantragt. Im Frühjahr 2012 erwarten wir eine Entscheidung der zuständigen Stellen.
Der Hohenstaufensaal in Annweiler ist so gut wie fertig gestellt. Die im neuen Glanz erstrahlende „Gute Stube“ Annweilers, welche vom Land mit ca. 6.000.000 € bezuschusst wird, soll im Januar offiziell eröffnet werden. Es ist zu wünschen, dass diese sicherlich sehr funktionale und modern ausgestattete Versammlungsstätte zukünftig von vielen Besuchern genutzt wird. Jetzt wo das Annweilerer Großprojekt in trockenen Tüchern ist, merkt man, dass die Stadtoberen auch wieder an andere Projekte denken wollen. Bürgermeister Wollenweber hat uns mitgeteilt, dass im neuen Haushalt nun auch die Mittel für die Fertigstellung des Queichhambacher Gemeindehauses eingestellt werden sollen. Es scheint so, dass wir Queichhambacher auch unsere „Gute Stube“ endlich fertig stellen können. Die langwierigen Untersuchungen wegen dem Schimmelbefall und des Verdachts auf Haus-schwamm sind ebenfalls abgeschlossen. Die notwendige Sanierung kann jetzt zusammen mit den Fertigstellungsmaßnahmen durchgeführt werden. Ich werde es erst glauben, wenn wir das Haus endlich wieder nutzen können. Auch der Gesangverein wartet sehnsüchtig auf seinen Proberaum.
Besonders freue ich mich, dass wir in diesem Jahr eine schöne Schaukelanlage auf dem Dorfplatz aufstellen konnten. Diese wird von den Kindern sehr gerne angenommen. Das gute Ergebnis verdanken wir auch dem Engagement der Elterninitiative „Spielplatz“, die sich derzeit, für mich sehr erfreulich, im Ort hervorragend engagieren. Wir wollen im nächsten Jahr unseren Dorfplatz, zum Teil in Eigenleistung, zu einem Mehrgenerationenplatz entwickeln. Lassen wir uns überraschen. Damit etwas Geld in Kasse kommt, wird die Elterninitiative am 7. Januar 2012 eine Weihnachtsbaumsammelaktion mit Knutfest veranstalten. Man will an diesem Tag durch die Straßen von Queichhambach fahren und die Weihnachtsbäume abholen. Machen Sie mit und stellen Sie Ihren Baum bis 9.00 Uhr vor das Haus. Spenden werden erbeten. Am Spielplatz findet dann ab 14.00 Uhr das „Knutfest“ statt. Jung und Alt kann sich dort beim Weihnachtsbaumweitwurf messen. Das wird bestimmt eine Gaudi. Für Speis und Trank ist gesorgt. Kommen Sie vorbei. Geben Sie eine Spende. Der Erlös kommt der Spielplatzerweiterung zugute!
Die Spazierwege um den Ort wollen wir ebenfalls verbessern. Der Ortsbeirat hat sich bereit erklärt, bei der Wiederherrichtung von zwei Wegen, welche von der Krämerstraße auf das Brett führen, in Eigenleistung aktiv zu werden. Helfer aus der Bevölkerung sind jederzeit gerne gesehen. Ich würde mich freuen, wenn wir, wie das in Queichhambach Tradition ist, solche Vorhaben unkompliziert und zielführend verwirklichen können. Schon jetzt allen Helfern vielen Dank.
Im Sommer waren wir mit 50 Personen bei unserer Partnergemeinde in Hartzviller. Wieder einmal konnte wir die unkomplizierte Gastfreundschaft der Freunde aus Lothringen genießen.
Auch diese Partnerschaft ist ein gutes Stück Queichhambach, welches es gilt zu pflegen und zu hegen. Im Sommer des nächsten Jahres werden wieder ein Treffen in Queichhambach
veranstalten, wozu Sie alle jetzt schon herzlich eingeladen sind. Ich darf Ihnen allen zum Jahreswechsel die besten Wünsche von Bürgermeister Marcel Strubel übermitteln.
Zum Schluss möchte ich mich bei allen bedanken, die sich 2011 auf irgendeine Art für die Belange des Ortseiles Queichhambach eingesetzt haben.
Ich bedanke mich auch bei den ehrenamtlichen Helfern und Verantwortlichen in den Vereinen für Ihren hervorragenden Einsatz. Ich freue mich dass unsere Vereine so gut aufgestellt sind. Der Sportverein VTG hat sich zu einem Mittelzentrum für den Fußballsport in der Südpfalz entwickelt. Durch seine hervorragende Jugendarbeit können sich ca. 150 Mädchen und Jungen sportlich betätigen. Für diese großartige, sozial sehr wichtige, Arbeit herzlichen Dank. Ich drücke den aktiven Fußballern die Daumen, dass die Meisterschaftsträume in Erfüllung gehen.
Der Gesangverein Eintracht e. V. konnte dieses Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiern. Als Abschluss des Jubiläumsjahres wollten die Sängerinnen und Sänger bei ihrem Weihnachtskonzert am 17.12.2011 in der bis auf den letzten Platz gefüllten Dorfkirche ihre hervorragende Sangesqualität unter Beweis stellen. Die Besucher waren begeistert. Auch dafür den Verantwortlichen und dem Dirigenten Sergej Iwanschenko großen Dank sowie herzlichen Glückwunsch.
Sie sehen es gibt auch Freudiges zu berichten. Das Gute an schwierigen Zeiten ist, dass man automatisch etwas näher zusammenrückt und sich auch an kleineren normalen Dingen erfreuen kann.
In meiner Familie ist der erste Enkel zwischenzeitlich ein Jahr alt. Wir freuen uns mit seinen Eltern über sein Lachen, die ersten Schritte und die großen Augen mit denen er seine Umgebung und die Welt kennen lernt. So ein kleiner Mensch lässt uns aber auch besonders erkennen, wie wichtig es ist für eine gute Zukunft zu sorgen. Angefangen bei der Gesundheit, der Sicherheit, über die allgemeinen Lebensbedingungen, die Bildungsmöglichkeiten bis hin zu einer sauberen Umwelt. Wir tragen alle ein große Verantwortung, die wir ernst nehmen müssen. Es ist eine Herausforderung und Verpflichtung dafür zu sorgen, dass auch unsere Nachkommen noch Spaß und Freude am Leben und ihrer Umwelt haben.
Es ist wichtiger denn je zu erkenne, dass wirklich nichts mehr so ist wie es mal war, das ist jedoch aber ganz normal. Die Welt und ihre Gewohnheiten verändert sich ständig. Wir müssen das Neue annehmen und mit Gelassenheit, Mut, Humor und Verantwortung in die Zukunft schauen.
In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Für das neue Jahr 2012 alles Gute, Gesundheit, Glück und Erfolg.
Den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die 2011 persönliches Leid erfahren mussten wünsche ich den Mut und die Kraft Schwieriges zu überwinden sowie den positiven Blick nach vorne.
Lassen Sie es sich gut gehen.
Ihr Ortsvorsteher
Manfred Müller |